Wie die Schweinskopfsülze ins Sternerestaurant kam

Der Drei-Sterne-Koch Joachim Wissler hat für sein Buch „JW4“ wunderbare Leitsätze ausgearbeitet – eine Lektüre, die sich nicht nur für Köche lohnt. Entsprechend gespannt war ich auf das Interview mit ihm, das fast an einer verschlossenen Tür gescheitert wäre. 

Wie die Schweinskopfsülze ins Sternerestaurant kam
Der Spitzenkoch Joachim Wissler arbeitet gern mit Produkten, die man nicht im Menü eines Drei-Sterne-Restaurants erwartet. Im Interview verrät er, was am Schweinekopf spannender ist als am Filet. (WamS)

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Es ist hingerichtet. Gastrokritiker Dollase testet Mensaessen

Im April habe ich den wohl einflussreichsten deutschen Restaurantkritiker Jürgen Dollase für die Welt am Sonntag interviewt. Ein spannendes, sehr lehrreiches Gespräch über Essen – im Artikel habe ich dann vor allem geschrieben, was ihn in unserer Gesellschaft ärgert. 

Für das EPD-Medien-Tagebuch habe ich einen Blick auf „Dollase vs. Mensa“ geworfen. 

Es ist hingerichtet. Gastrokritiker Dollase testet Mensaessen
„Ich bin sofort einigermaßen erschüttert. Das ist so ungefähr das Gegenteil von Sushi, um es mal ganz populär auszudrücken.“ Ein Mann mit grauem, leicht zerzaustem, schütterem Haar sitzt vor drei Tellern: Mensagerichte der Universität Düsseldorf – Tortellini mit Napolisauce, Königsberger Klopse mit Kartoffeln und Wildlachsfilet mit Erbseneintopf. Er widmet sich weiterhin dem Fisch: „Es ist untertrieben, das noch durchgegart zu nennen. Es ist hingerichtet“, urteilt er.

Science and a cooking pot – Wissenschaft und mehr

Als Kind wollte ich feine Dame oder Seeräuberin werden. Am liebsten beides. Eine feine Räuberin also? Oder eine Seedame? So richtig kombinieren ließ sich das nicht. Nach dem Abitur haben sich nicht nur die Berufswünsche verändert – Ärztin, Physikerin, Soziologin oder Journalistin –, sondern auch die Kombinationsmöglichkeit: Als Wissenschaftsjournalistin kann ich alle Themengebiete vereinen, die mich faszinieren.

Die Möglichkeit, interdisziplinär zu denken und zu arbeiten begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Über Themen wie die Präimplantationsdiagnostik oder die Grüne Gentechnik lässt sich schwerlich diskutieren, wenn Wissen über die Genetik fehlt. Was nützen Klimatabellen, wenn die Menschen nicht veranschaulicht bekommen, was die Auswirkungen des Klimawandels konkret bedeuten?

Doch die Naturwissenschaften helfen nicht nur, die großen Themen ganzheitlicher zu betrachten, sondern sind auch der beste Assistent am Herd. Warum ist es gar nicht so gut, wenn es in der Küche so gut riecht? Und woran erkenne ich, ob der Safran echt ist? Da mich die Kulinarik mehr und mehr begeistert, habe ich begonnen, auch darüber zu schreiben.